Nichts los in Garmisch-Partenkirchen?

Die BMW Motorrad Days sind gerade vorbei. Das Alpen Testival steht vor der Tür. Die Einwohner von Garmisch und Partenkirchen sagen jedoch nicht selten: es  ist nichts los bei uns. Wir müssen da mal korrigieren. Nehmen wir das Wochenende vom 18.-20. Juni als Beispiel.

Am 18. Juli war anlässlich des 60. Geburtstages Tag der Offenen Tür beim Institut für Meteorologie und Klimaforschung, Atmosphärische Umweltforschung (IMK-IFU). Im KIT Campus Alpin in der Kreuzeckstraße 19 konnten Sie sich  über den aktuellen Stand der Klimaforschung informieren. (Die Forscher unterhalten übrigens auch einen Station auf der Zugspitze.)

Am 19. Juli, es war der Samstag, ging es hoch hinaus. Die ifr-raumfahrt-gesellschaft lud die Öffentlichkeit ein zur Jahrestagung im Olympiasaal. Auch Verkehrsminister Alexander Dobrindt kam. Spannende Vorträge sorgten für Begeisterung beim Publikum. Einer der Höhepunkte waren zweifelsohne Rosetta und Philea. Die haben inzwischen 10 Jahre Flug durchs Weltall hinter sich und sind kurz davor, einen Kometen zu erobern, der vor 4,3 Milliarden Jahren geboren wurde. Die Präsentation des Fluges und die ersten, brandfrischen Aufnahmen von dem Kometen lösten ungläubiges Staunen aus. Die Tagung begann um 9.30 Uhr. Der Zweite Bürgermeister, Dr. Wolfgang Bauer, musste sich mit seiner Begrüßungsrede sputen:

Um 10.00 Uhr oblag ihm der Startschuss zur Oldtimer Rallye in der Fußgängerzone von Garmisch. Die war dann am Abend mit 3000 Gästen „ganz in weiß“ frequentiert, die es sich bei der „Weißen Nacht“ bis in den frühen Morgen an einer Tafel von 600 Meter Länge gut gehen ließen. (Die langen Wartezeiten an den Ständen seien jedoch angemerkt. Im  vornehmen Pöcking kann man sich bei einer ähnlichen Veranstaltung wie im Biergarten seinen Proviant mitbringen.)

Wer das alles durchgestanden hatte, der konnte sich am Sonntag, den 20. Juni um 16.00 Uhr mit dem Sinfonieorchester im Pfaffenwinkel, Beethovens 6. Sinfonie (Pastorale) und Mozarts Jupiter-Sinfonie hochklassisch erholen. Ebenfalls kostenlos.

Und jetzt sage noch einer: In Garmisch-Partenkirchen sei nichts los.

Was ist schon demokratisch?

Wir haben unseren Teil dazu beigetragen, dass Bürgermeister Schmid seinen Hut nehmen musste. Wir haben mit dafür gesorgt, dass die Hindenburgstraße weiterhin Hindenburgstraße heißt. Wir haben Olympia in Garmisch Partenkirchen mit verhindert. Diese Querdenker-Aktivitäten waren demokratisch – auch oder gerade, weil es die Andersdenkenden gab, die unsere Sicht der Dinge nicht nachvollziehen konnten bzw. wollten. Das ist demokratisch.

Nun gibt es eine Tendenz, die Demokratie ad absurdum zu führen. Und dagegen sollten wir uns wehren: Ein Journalist des SWR fragt Peter J. Esser, den Vertreter der deutschen Industrie, ob es denn demokratisch sei, hinter verschlossenen Türen zu verhandeln. Es ging um die TTIP, die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft. Um das geheime Kungeln zwischen EU und den USA, das den Handel und gegenseitige Investitionen fördern soll. In Zukunft sollen Lobbyisten und Vertreter der US-Regierung ein Anrecht darauf haben, über Gesetzes-Initiativen zu entscheiden, bevor sie ins EU-Parlament kommen. Es geht letztendlich um die Entmachtung der Verbraucher. Es geht um Chlorhühnchen, Hormon-und Klonfleisch, um genmanipulierte Produkte und Nanotechnik in den Supermarktregalen. Das alles wird kommen. Auch nach Garmisch-Partenkirchen, wenn Sie nichts unternehmen.

Was sagt Peter J. Esser zu dem Vorwurf des Journalisten? Er lacht vor laufender Kamera und sagt: „ Ja, demokratisch ist es nicht, aber was ist in diesem Leben schon demokratisch?“ Was können Sie tun? Informieren Sie sich bei Lobby Control oder bei   www.foodwatch.de. Dann wissen Sie mehr und können handeln. Die demokratischste Verhaltensweise kennen Sie ja: regionale Produkte, vorzugsweise Bio. Und auch der Bauer um die Ecke und der Hofladen sind dankbar für Ihr  Verständnis von Demokratie.

Nochmals: Das Erbe von Hermann Levi in Partenkirchen

Garmisch-Partenkirchen-Impulse hat schon mehrfach darauf hingewiesen, dass man den Hermann Levi angemessen würdigen sollte. Nicht mit einem Sträßchen in der Pampas. Das würde zuviel Geld kosten. Sondern mit der Umbenennung des Kurparks Partenkirchen. Das kostet nahezu nchts. Zur Erinnerung  ein bemerkenswerter Leserbrief von Dieter Schumann:

Zum Thema “Ein Park für Hermann Levi” vom 13. Februar möchte ich gern noch einiges ergänzen. Bereits 1861 hatte Richard Wagner seinem größten Sponsor König Ludwig II. die Idee von eigenen Festspielen vorgetragen. Nachdem Wagner 1872 den Wohnsitz seiner Familie nach Bayreuth verlegt hatte, konnte er mit Hilfe des.Königs ein Festspielhaus errichten und am 13. August 1876 mit den 1. Bayreuther Festspiele eröffnen. Diese endeten in einem finanziellen Fiasko.

Erst die Uraufführung des Parsifal bei den 2. Bayreuther Festspielen im Jahr 1882, die vom Münchener Hofkapellmeister Hemann Levi dirigiert wurde, brachte die Wende. Deshalb übertrug nach Wagners Tod (13.02.1883) Cosima Wagner die künstlerische Leitung der Bayreuther Festspiele fortan an Hermann Levi, eine Position, welche er ca. 20 Jahre inne hatte. Mann darf ihn somit zu Recht als den eigentlichen Begründer der Bayreuther Festspiele bezeichnen.

Nachdem er im Jahr 1894 vom Hofkapellmeister zum ersten Generalmusikdirektor von München ernannt worden ist und seine Schwiegereltern bereits eine Villa mit Park (nämlich den heutigen Kurpark und das heute darin befindliche Richard Strauss Institut) in Partenkirchen besaßen, erwarb Hermann Levi den Sommerkeller einer Partenkirchener Brauerei. Dort ließ sich 1896 eine schlossartige Villa errichten. Der ehemalige Biergarten wurde in einen Park umgestaltet. Der Marktgemeinde Partenkirchen stiftete er eine zentrale Trinkwasserversorgung und wurde 1898 deren Ehrenbürger.
Leider konnte er seine Traumvilla nur kurze Zeit genießen; denn im Jahr 1900 starb er in München und wurde anschließend in einem eigens für ihn errichteten Mausoleum in seinem Park oberhalb von Partenkirchen beigesetzt. Danach erhielt die an seinem Grundstück vorbei führende Straße (die heutige Wettersteinstraße) seinen Namen. In der NS-Zeit ist sowohl sein Name ausgelöscht als auch sein Mausoleum geschändet worden.
Die Gemeinde wäre daher gut beraten, entweder den Vorschlag des Leserbriefes aufzugreifen und den ehemaligen Park der Schwiegereltern nach Hermann Levi zu benennen, und/oder sein Mausoleum wieder herzurichten und der Öffentlichkeit in seinem ehemals eigenen Park als Gedenkstätte zugänglich zu machen.

Richard Strauss in Ehren. Die Jubelfeiern in diesem Jahr sind aber nur eine Seite der Medaille. Aber wenn es schon einen Richard-Strauss-Platz gibt und einen Michael Ende – Kurpark, dann hätte auch Hermann Levi seinen Park verdient.

Was spricht dagegen?

Ein Buch spricht Bände

In eigener Sache: Der Werdenfelser Hexenwahn ist das erste Taschenbuch der Werdenfelser Bibliothek, die bei garmisch-partenkirchen-impulse erscheint. Im Juni wird es erhältlich sein. (Dieses Buch war auch der Grund dafür, dass unser Blog zeitweilig Sendepause hatte.) Der Untertitel „Report eines Verbrechens“ lässt ahnen, worum es geht: Um die Hexenverbrennungen 1589-1591, bei denen fünfzig Frauen und ein Mann ihr Leben ließen. Dieser Report schildert die Ereignisse, zeigt die gesamteuropäischen Zusammenhänge auf und schildert die Auswüchse des Hexenwahns, der auch in unserer Zeit weltweit wütet. Und er bezieht eindeutig Stellung: Erstens war es nicht die Inquisition, die hier im Werdenfelser Land die Scheiterhaufen brennen ließ. Zweitens war es ein überforderter Pfleger auf der Burg Werdenfels, der einem Verrückten Glauben schenkte und Wünschen aus dem Volk nachgab. Zumal die lange Zeit schwer kranke Gemahlin des Pflegers ihre Krankheit als Hexenwerk bezeichnete. Nach den mathematischen Gesetzen der Wahrscheinlichkeit hat der überwiegende Teil aller heute lebenden echten Werdenfelser eine hingerichtete Hexe als Ahnfrau. 120 Seiten. Reichbebildert mit Fotos und Dokumenten. Erscheint Im Juni. Überall dort, wo es Bücher gibt.

Was ist mit Gwendolin?

Gwendolin, siehe Navigationsleiste, hat sich zwischenzeitlich eine Auszeit genommen. Seine Nolympia Pamphlete bewirkten, wie wir wissen, auch in Garmisch Partenkirchen bei vielen ein Umdenken. Gwendolin war genoss auf einer verlassenen Burg bei Sotchi Urlaub und erlebte die Olympischen Spiele dort mit. Inzwischen hat er sich wieder auf der Burg Werdenfels eingerichtet und wird, wie er uns mailte, wieder für Interviews zur Verfügung stehen. Warten wir also die nächste der übernächste Woche ab…

Spannender Neustart

Schulklasse-Loisach2

Seit Januar ist unser neues Raftingportal  myrafting.de online. Auf dieser Internetseite können Sie Rafting-, Canyoning- und bald auch Tubingtouren buchen. Auch das Anmelden zu Kajakkursen, das Erwerben von Gutscheinen ist online machbar. Und natürlich auch der Erfahrungsaustausch. Die kommende Saison startet Anfang Mai. Rafting Bayern und Rafting Tirol werden auch Ihnen unvergessliche, fließende Abenteuer bieten. Und wenn Sie die im Loisachtal genießen wollen, dann können wir Ihnen sogar eine begeisternde Kombination aus Schlauchboot-Tour und Kutschenfahrt empfehlen.

Alle garmisch-partenkirchen-impulse-Leser haben auch die Möglichkeit über eine Umfrage (http://www.myrafting.de/umfragen.html) eine Schlauchbootfahrt für bis zu 10 Personen !!! im Wert von 276,00 € zu gewinnen!! Mitmachen lohnt sich!

Der Kongress tanzt aus der Reihe

Kongreß

Die Verantwortlichen in der Gemeinde sollten mal wieder in die Schule gehen. Oder den Duden zur Hand nehmen.

Aktuelles Beispiel: Da kommt ein Kongressteilnehmer nach Garmisch auf den Parkplatz am Kongresshaus – und was sieht er? Ein großes Schild, auf dem in bester Tradition das Wort Kongresshaus noch immer mit ß geschrieben ist. Auch das Hinweisschild an der St. Martin Straße glänzt mit einem ß.

Tradition ist schön. Wenn aber der Duden anderer Meinung ist, dann sollte sich die internationale Destination Garmisch-Partenkirchen dieser Meinung anschließen. Wer ist für Kultur verantwortlich? Bitte übernehmen Sie den Fall.

Wen wählen Sie?

Ja, ja, die Wahlwerbung. Thomas Schmid und Wolfgang Bauer übertreffen sich in ihren Zukunftsvisionen. Wobei der Herr Bauer (CSU) das Miteinander beim Zukunft Gestalten betont. Und der Herr Schmid (CSB), knackig, wie es so seine Art ist, Zukunft für Alle sagt. Die Herren sollten mal die Kunden der Tafel befragen, was die unter Zukunft verstehen.

Dr. Sigrid Meierhofer (SPD), die brav die Klinken putzt und schon so manchen überzeugt hat, macht da eigentlich eine rühmliche Ausnahme, indem sie in ihren Anzeigen für klare Kante sorgt. Eindeutig gegen das Gemauschel zum Beispiel mit dem Grundstück am Bahnhof, das ebenfalls im Portfolio von Herrn Hummel gelandet ist. Und was ist mit den Freien Wählern?
Nun, Florian Möckl hat sich da eine pfiffige Idee einfallen lassen: Er ist der Führungsspieler einer Fußballmannschaft und meint, dass das Runde in das Eckige gehört. So rund ist er doch nicht, der Flori. Und was das Eckige betrifft: Ist doch eh wurscht, sagt eine Garmischerin.

Egal, wer da reinkommt – hoffentlich ist er nicht so despotisch, wie der noch aktuelle Amtsinhaber. Der Ansicht ist auch Martin Schröter (FDP), der dem amtierenden Bürgermeister ob seiner nahezu diktatorischen Chuzpe einen ungeahnten Vertrauens-Verlust attestiert. Und Andreas Grasegger von der Bayernpartei? Der sieht nur noch Sibirien in seinem Heimatort. Und die Grünen? Waren nicht präsent. Sondern verteilten einen Tag später Flyer in die Briefkästen, die neben energiefreundlichen Forderungen vor allem Transparenz einfordern: ein gläsernes Rathaus.

Was bleibt von der Podiumsdiskussion am 25. Februar? Ein komisches Gefühl.

Vor allem, wenn man sich die Programme der Akteure anschaut. Da decken sich viele Aussagen, als hätten die Akteure von einander abgeschrieben. Es riecht nach einer Stichwahl. Tipp: Schauen Sie sich im Internet die Wahlprogramme an.

Antrag für 21 Häuser im Krankenhausviertel

Zwischen Höllental-, Krankenhaus-, Garten- und St. Martinstraße sollen 21 Wohnhäuser entstehen. Wunderbar. Wenn sich die Bauherren und die Gemeinde jetzt auch noch entschließen könnten, energiefreundliche Häuser zu bauen, die mehr Energie erzeugen als sie verbrauchen, dann haben wir einen richtigen Schritt in die richtige Richtung. garmisch-partenkirchen-impulse hat schon mehrmals Vorschläge zu diesem Thema gemacht.  Stöbern Sie mal in unserem Archiv: Januar, April, Juni, August, September und November 2013.

Und wieder: GAPA TV

Schauen Sie in unser Archiv: Wir plädierten bereits im November 2012 für eine Internetlösung zum Thema Transparenz im und aus dem Rathaus. Und die CSU und die Freien Wähler und die Grünen haben unseren Vorschlag von damals in ihrem Wahlprogramm aufgegriffen. Die Gemeinderatssitzungen sollen grundsätzlich öffentlich sein. Die Protokolle via Internet publiziert werden. Ob das dem noch amtierenden Bürgermeister genehm ist?